Kitesurfen und Surfen auf Mauritius: Spots, Schulen und praktische Tipps
Aktualisiert am: August 2026
Wo kann man auf Mauritius kitesurfen und surfen?
Le Morne ist die Hauptstadt des Kitesurfens (Mai bis November), Tamarin der Tempel des Surfens für alle Niveaus. Rechnen Sie mit 80 bis 120 Euro für einen halbtägigen Anfängerkurs.
Kitesurfen und Surfen auf Mauritius: Einführung
Mauritius zählt zu den unverzichtbaren Zielen für Wassersportbegeisterte im Indischen Ozean. Mit seinen durch ein Korallenriff geschützten Lagunen, beständigen Winden und kraftvollen Wellen bietet die Insel außergewöhnliche Bedingungen für Kitesurfen und Surfen. Ob Sie Anfänger sind auf der Suche nach Ihrem ersten Gleitgefühl oder erfahrener Rider auf der Suche nach einer Herausforderung – Mauritius hat einiges zu bieten.
Die Geografie der Insel spielt dabei eine zentrale Rolle: Das Korallenriff, das Mauritius fast vollständig umgibt, schafft ruhige innere Lagunen, perfekt zum Erlernen, während die Riffpassagen kraftvolle und regelmäßige Wellen für erfahrene Surfer erzeugen. Die von April bis November vorherrschenden Passatwinde garantieren unvergessliche Kitesurf-Sessions an der West- und Südwestküste der Insel.
Auf einen Blick
| Wo | Le Morne (Kitesurfen), Tamarin (Surfen) |
| Preis | etwa 80 bis 120 EUR für einen halbtägigen Anfängerkurs |
| Zeitaufwand | 2 Std. für einen Schnupperkurs, mehrere Tage, um Fortschritte zu machen |
| Anreise | Unterkunft in Le Morne / Rivière Noire oder Tamarin / Flic en Flac |
| Beste Zeit | Kitesurfen: Mai bis November; Surfen: Mai bis Oktober für die besten Wellen |
Kitesurfen auf Mauritius
Le Morne: das Mekka des Kitesurfens
Le Morne Brabant, ein zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörendes vulkanisches Vorgebirge, ist der renommierteste Kitesurf-Spot im gesamten Indischen Ozean. Das Dorf Le Morne an der Südwestspitze der Insel profitiert von regelmäßigen Passatwinden, die von Mai bis November fast ununterbrochen wehen.
In derselben Gegend können Sie tagsüber auch eine Katamaran-Kreuzfahrt bei Sonnenuntergang ab der Westküste buchen – eine perfekte Ergänzung zu einer Kitesurf-Session am Morgen. Der weiße Sandstrand vor der türkisblauen Lagune bildet eine absolut außergewöhnliche Kulisse.
Was Le Morne für das Kitesurfen so besonders macht, ist die Beschaffenheit des Gewässers: Die innere Lagune bietet einen flachen, wellenfreien Bereich, ideal für Anfänger, während die Passage und das äußere Riff anspruchsvollere Bedingungen für fortgeschrittene Rider bieten, die springen, Tricks üben oder Wellen reiten möchten.
Der Spot ist außerdem berühmt dafür, jedes Jahr das Mondial du Vent auszurichten, ein internationales Kitesurf- und Windsurf-Festival, das die weltbesten Rider sowie Tausende Zuschauer anzieht. Diese Veranstaltung findet in der Regel im Juli statt und ist an sich schon ein Grund für eine Mauritius-Reise.
Die ideale Saison für Kitesurfen
Die eigentliche Kitesurf-Saison erstreckt sich von Mai bis November, mit einem Höhepunkt zwischen Juli und September. In dieser Zeit wehen die Passatwinde regelmäßig, meist zwischen 15 und 30 Knoten, je nach Tag. Die Bedingungen sind zwischen 10 und 17 Uhr am beständigsten.
Von Dezember bis April (Regen- und Zyklonsaison) ist der Wind weniger regelmäßig und unberechenbarer. Sessions sind möglich, aber man muss mit wechselhaften Bedingungen rechnen. Diese Zeit eignet sich besser für Surfer.
Die Kitesurf-Schulen in Le Morne
Mehrere seriöse und IKO-zertifizierte (International Kiteboarding Organization) Schulen sind in Le Morne aktiv. IKO-Kurse garantieren einen strukturierten und sicheren Unterricht.
Kite Lagoon ist eine der etabliertesten. Sie bietet Kurse auf Französisch und Englisch mit IKO-Level-2-zertifizierten Instruktoren an. Ihr Programm umfasst:
- Schnupperkurs (2 Stunden): etwa 80 Euro pro Person
- Anfängerpaket (9 Stunden, 3 Sessions à 3 Stunden): etwa 250 Euro
- Fortgeschrittenenkurs: ab 60 Euro pro Stunde
- Materialverleih für autonome Rider: 50 bis 70 Euro für einen halben Tag
ION Club Le Morne, angeschlossen an die internationale ION-Club-Gruppe, bietet Komplettpakete mit Unterkunft an. Das Zentrum ist besonders gut mit aktuellem Material ausgestattet.
Kite Surfing Association of Mauritius bietet ebenfalls Kurse zu günstigeren Preisen im Rahmen eines betreuten Unterrichts durch sehr erfahrene lokale Instruktoren an.
Weitere Kitesurf-Spots
Le Morne ist der bekannteste, doch auch andere Spots sind einen Blick wert:
Anse La Raie im Norden bietet eine ruhige und flache Lagune, perfekt für Anfänger. Der Wind ist dort schwächer, aber zum Erlernen ausreichend. Ideal, wenn Sie in der Gegend von Grand Baie wohnen.
Pointe d’Esny im Südosten zieht dank seines flachen Gewässers und der leichten Zugänglichkeit fortgeschrittene Rider an. Der Wind ist dort in der Saison regelmäßig.
Mont Choisy an der Nordküste wird von lokalen Kiteboardern genutzt und bietet ein schönes Gewässer, auch wenn der Wind dort manchmal schwächer ist.
Surfen auf Mauritius
Tamarin: der Tempel des Surfens
Wenn Le Morne den Kitesurfern gehört, dann ist Tamarin die heilige Stadt der mauritischen Surfer. Dieses kleine Dorf an der Westküste beherbergt die legendärste Welle der Insel: Tamarin Bay, eine lange, kraftvolle Linkswelle, die perfekt bricht, wenn die Dünung aus dem Südatlantik bis nach Mauritius reicht.
Die Welle von Tamarin bricht über einem Sand- und Felsboden, was je nach Dünungsgröße wechselnde Bedingungen erzeugt. Bei kleiner Dünung (1 bis 1,5 Meter) ist sie für fortgeschrittene Surfer zugänglich. Bei starker Dünung (2 bis 3 Meter und mehr) wird sie zu einer ernsthaften Welle, die erfahrenen Ridern vorbehalten ist. Ihr Ruf explodierte in den 1970er Jahren nach dem Film „The Forgotten Island of Santosha”, der australische und kalifornische Surfer beim Reiten dieser makellosen Welle zeigte.
Heute ist Tamarin nach wie vor ein lebendiger Surfspot mit einer echten lokalen Kultur. Mauritische Surfer sind dort jeden Morgen im Wasser, und die Surfer-Community ist willkommen heißend, sofern man die Vorrangregeln im Wasser respektiert.
Weitere Surfspots auf Mauritius
One Eye (oder „das Auge”), in der Riffpassage vor dem Strand von Le Morne gelegen, gilt als die kraftvollste und anspruchsvollste Welle von Mauritius. Es handelt sich um eine Rechtswelle über einem Riff, die 3 Meter überschreiten kann. Sie ist sehr erfahrenen Surfern vorbehalten und nur per Boot oder Kitesurf erreichbar.
Darne, im Süden der Insel bei Souillac, bietet mehrere Reef-Break-Spots für fortgeschrittene bis erfahrene Rider. Die Umgebung ist wild und weniger besucht als Tamarin.
Ilot Sancho, per Boot von Mahébourg aus erreichbar, bietet bei guter Dünung aus dem Süden eine angenehme Riffwelle.
Flic en Flac an der Westküste verfügt über einige Beach-Break-Spots, die bei kleiner Dünung praktikabel und für Anfänger geeignet sind.
Die Surfsaison auf Mauritius
Im Gegensatz zum Kitesurfen ist Surfen potenziell das ganze Jahr über möglich, wobei die besten Bedingungen von der gesuchten Wellenart abhängen.
Von Mai bis Oktober (Trockenzeit) speisen die Südwestdünungen regelmäßig die Spots an der West- und Südküste. Tamarin und One Eye sind dann in Bestform. Der Wind weht morgens ablandig (vom Land aufs Meer), was ideale Bedingungen mit gut geformten Wellen schafft.
Von November bis April (warme Jahreszeit) können Sommerdünungen manche Spots an der Nord- und Ostküste aktivieren. Die Bedingungen sind meist kleiner und wechselhafter.
Die Surfschulen
Tamarin Surf School ist die Referenzschule an der Westküste. Gegründet von leidenschaftlichen lokalen Surfern, bietet sie:
- Anfängerkurs (2 Stunden) am Strand und im Wasser: 60 bis 80 Euro
- Paket mit 5 Kursen: etwa 300 Euro
- Board- und Neoprenanzug-Verleih: 20 bis 30 Euro pro halbem Tag
Kite and Surf in Flic en Flac kombiniert beide Disziplinen und bietet für alle Niveaus geeignete Kurse an.
Black Rock Surf Club organisiert betreute Sessions für Anfänger in geschützten Zonen mit angepasstem Material (Longboards, Softboards).
Material und Ausrüstung
Was Sie vor der Abreise wissen sollten
Wenn Sie als autonomer Kiteboarder unterwegs sind, können Sie Ihren eigenen Kite mitbringen (Boote nehmen in der Regel Material mit), aber Boards sind sperrig. Die meisten Schulen bieten aktuelles, an die lokalen Bedingungen angepasstes Material an.
Für das Surfen werden Schaumstoffboards (Softboards) für Anfänger empfohlen. Fortgeschrittene Rider bringen oft ihr eigenes Board mit, aber Leihmöglichkeiten sind verfügbar und erschwinglich.
Sonnencreme ist unverzichtbar: Die mauritische Sonne ist selbst bei bewölktem Himmel intensiv. Bevorzugen Sie mineralische, korallenfreundliche Formeln.
Ausrüstung und Sicherheit
Ein kurzer Neoprenanzug (Shorty) kann nützlich sein, um sich vor Reibung am Board und gelegentlichen Quallen zu schützen. Das Wasser ist warm (25 bis 29 °C je nach Saison), ein dicker Neoprenanzug ist also nicht nötig.
Beim Kitesurfen werden Helm und Schutzweste für Anfänger dringend empfohlen. IKO-zertifizierte Schulen stellen diese systematisch bereit.
Praktische Tipps und Budget
Ihren Surf- oder Kitesurf-Aufenthalt organisieren
Wenn Surfen oder Kitesurfen Ihre Hauptmotivation für die Reise nach Mauritius ist, wählen Sie Ihre Unterkunft passend zu dem Spot, den Sie besuchen möchten. Für Kitesurfen in Le Morne bleiben Sie in Unterkünften in Le Morne oder Rivière Noire. Für Tamarin entscheiden Sie sich für Gästehäuser in Tamarin oder Flic en Flac (30 Minuten nördlich). Bei der Ankunft erleichtert ein privater Transfer vom Flughafen zu Ihrer Unterkunft Ihren ersten Tag erheblich, besonders wenn Sie mit sperrigem Surfmaterial anreisen.
Kontaktieren Sie die Schulen vor Ihrer Ankunft, besonders in der Hochsaison (Juli-August), da die Plätze schnell ausgebucht sind.
Richtwerte für das Budget
Für eine Woche Kitesurfen auf Mauritius (Flug, einfache Unterkunft, Kurse und Materialverleih):
- Knappes Budget: 1.500 bis 2.000 Euro pro Person
- Komfortables Budget: 2.500 bis 3.500 Euro pro Person (3-Sterne-Hotel)
Für eine Woche Surfen mit Kursen und Verleih:
- Anfängerkurs (5 Sessions): 300 bis 400 Euro
- Boardverleih: 100 bis 150 Euro pro Woche
- Unterkunft im Gästehaus: 40 bis 70 Euro pro Nacht
Respekt vor der Umwelt
Das Korallenriff, das Mauritius so schön macht, ist auch empfindlich. Ein paar grundlegende Regeln: niemals auf Korallen treten, seinen Müll vom Strand mitnehmen, Sonnencreme ohne Oxybenzon und Octinoxat (schädliche Substanzen für Korallen) verwenden und niemals Fische füttern.
In Tamarin respektieren Sie die Hierarchie im Wasser (lokale Surfer haben Vorrang) und beachten Sie die ungeschriebenen Regeln des Line-ups. Die lokale Surfer-Community heißt jene willkommen, die Respekt zeigen.
Kitesurfen oder Surfen: welche Disziplin wählen
| Kriterium | Kitesurfen | Surfen |
|---|---|---|
| Hauptspot | Le Morne | Tamarin |
| Beste Saison | Mai bis November (Passatwinde) | Mai bis Oktober (Südwestdünungen) |
| Lernkurve | Anfangs technischer (Kite-Handling), danach schneller Fortschritt | Progressiv, hängt stark von der gewählten Welle ab |
| Budget Anfängerkurs | 80 EUR (2 Std.) bis 250 EUR (Paket 9 Std.) | 60 bis 80 EUR (2 Std.), 300 EUR fürs 5er-Paket |
| Ideal für | Starke Emotionen, Sprünge, schnelles Gleiten | Surfkultur, Wellenlesen, sanftere Sportart zum Erlernen |
Alternativen und ergänzende Aktivitäten
Wenn an Ihrem Besuchstag weder Wind noch Dünung mitspielen oder Sie einfach Abwechslung suchen, lassen sich mehrere mauritische Wasseraktivitäten gut mit einem Gleitsport-Aufenthalt kombinieren. Kajak und Stand-Up-Paddling ermöglichen es, die Lagune an windstillen Tagen in ruhigerem Tempo zu erkunden. Um das Meeresleben ohne Board oder Segel zu beobachten, deckt unser Schnorchel- und Tauch-Guide die besten Spots der Lagune ab. Und Familien oder Anfänger, die vor körperlicher Anstrengung zurückschrecken, können sich anderen zugänglichen Wasseraktivitäten an anderen Orten der Insel zuwenden.
Unterkunft je nach Disziplin
Für Kitesurfen reduziert eine Unterkunft in Le Morne oder in der Region Rivière Noire die täglichen Anfahrtswege zum Spot erheblich — im Idealfall kann man mit seiner Ausrüstung zu Fuß zum Strand gehen. Unser Guide zum Übernachten in Le Morne listet die passenden Optionen auf. Für Surfen bieten Tamarin selbst oder Flic en Flac, 30 Minuten entfernt, einen guten Kompromiss zwischen Wellenzugang und Unterkunftsauswahl, unter anderem über unseren Guide zum Übernachten in Tamarin.
Fazit
Mauritius bietet ein außergewöhnliches Spielfeld für Kitesurf- und Surfbegeisterte. Die Kombination aus regelmäßigen Winden, geschützten Lagunen zum Erlernen und hochwertigen Wellen für erfahrene Rider macht diese Insel zu einem echten Gleitsport-Reiseziel. Ob Sie mit Ihren ersten Gleitgefühlen oder mit unvergesslichen Sessions auf Traumwellen nach Hause zurückkehren, Mauritius wird Ihnen mit Sicherheit Lust machen, in seinen türkisfarbenen Gewässern wiederzukommen.